Montag, 6. April 2009

Inhaltselement I: Text (Screendesign)

Heute will ich mich mit dem wohl wichtigsten Inhaltselement beschäftigen, dem Text ! Im Screendesign gibt es einige Textelemente, die die Lesbarkeit am Bildschirm erheblich beeinflussen. Dazu gehören u.a.
  • die Wahl des richtigen Fonts (Schrifttyps)
  • die Schriftgröße
  • der Zeilenabstand und die Laufweite der Schrift (Raumverbrauch in der Waagerechten)
  • die Zeilenlänge und die Satzform (Mittig, Block, links- oder rechtsbündig)
  • die Farbwahl von Schrift und Hintergrund
Es sollte auch nicht verschwiegen werden, dass die Wiedergabetechnik (Bildschirmauflösung) die Schärfe des Schriftbildes definiert.

Typografie am Monitor
Text kann entweder direkt in den HTML Code eingebunden sein oder als Bild in einem Grafikprogramm aufbereitet sein. Der Nachteil bei der Schrift auf Bildbasis ist, dass Suchmaschinen den enthaltenen Text nicht auslesen können (wenn man den "Alt Tag" mal ignoriert) und die Datei grösser ist als normale Bilddateien, was den Seitenaufbau verlangsamt.

Da die meisten Anwender nur Standardschriftarten (siehe Typografie) auf ihrem Rechner installiert haben gilt folgende Faustregel:
  • Fließtext sollte immer in einer Standardschriftart erstellt werden
  • Für Grafiken können spezielle Schriftschnitte verwendet werden
Dies hat den entscheidenden Vorteil das der User die Schrift nicht installiert haben muss, um sie so angezeigt zu bekommen, wie der Designer es vorgesehen hat.

Lesbarkeit am Monitor
Hier gilt die Faustregel das Texte am Monitor kurz, prägnant und schnell erfassbar sein müssen da lange, umfangreiche Texte am Bildschirm äußerst selten gelesen werden. Dazu sollte man wissen, das das Lesen auf einem Monitor anstrengender und unangenehmer ist als von Papier. (Lesegeschwindigkeit ist 25-30% langsamer als normal).

Als Hilfsmittel zur besseren Lesbarkeit können z.B. aussagekräftige Überschriften, fett markierte Schlüsselwörter und kurze Absätze verwendet werden.

Schrifttypen & Schriftgröße
Aufgrund der niedrigeren Auflösung und Bildwiederholungsfrequenz des Bildschirms sind Bildschirmschriften im Allgemeinen schlechter zu lesen als z.B. im Printbereich. Generell gilt daher das Serifen die Lesbarkeit im Printbereich erhöhen, am Bildschirm wiederrum reduzieren.

Dadurch lassen sich Serifenschriften wie z.B. Times erst ab einer Größe von 16 Punkt problemlos darstellen lassen. Serifenlose Schriften wie Arial oder Helvetica hingegen schon ab 12 Punkt. Bei kleineren Größen empfielt sich der Einsatz des Fonts Verdana.

Für die Lesbarkeit am Bildschirm sollte daher immer mit einer größeren Schriftgröße (12 Punkt) gearbeitet werden bzw. eine relative Schriftgröße definiert werden, die dann vom Benutzer individuell vergrößert oder verkleinert werden kann. Außerdem sollte auf den Einsatz von Fetter und kursiver Schrift fast gänzlich verzichtet werden. Außnahme: Hervorhebungen im Text !

Textlänge
Bildschirmtexte müssen wesentlich kürzer sein und stärker gegliedert werden als Texte im Printbereich. Der Grund hierfür ist, dass der Benutzer bei längeren Seiten oft den Zusammenhang verliert und sich zu viele nicht sichtbare Informationen merken muss. Lange Texte sollte daher alternativ als Download oder in einer Druckversion angeboten werden.

Faustregel für die Textlänge: Lange Texte müssen visuell und gestalterisch klar voneinander abgegrenzt werden.

Zeilenlänge & Zeilenabstand
Die Zeilenlänge wie auch der Zeilenabstand beeinflussen die Lesbarkeit entscheidend. Pro Zeile sollten daher nie mehr wie 8-10 Wörter bzw. 60-80 Buchstaben verwendet werden. Für eine optimale Lesbarkeit sollte der Fließtext ein eineinhalb bis zweizeiliger Abstand haben.

Außerdem ist es ratsam, einen zusätzlichen Raum zwischen einzelnen Absätzen zu lassen, um sie deutlich voneinander zu trennen.

Textausrichtung
Für die Ausrichtung des Textes sollte generell immer ein linksbündiger Flattersatz verwendet werden, da die Wortabstände hier stets gleich bleiben. Vom Blocksatz, rechtsbündiger Flattersatz wie auch dem zentrierten Text ist abzuraten, da diese Formen die Lesbarkeit erheblich einschränken.

Schriftfarbe
Farbige Schrift ist ein wirksames Mittel zur Steuerung der Aufmerksamkeit. Falls diese zum Einsatz kommt sollte man folgende Prinzipien beachten, damit eine optimale Lesbarkeit gewährleistet ist.
  • Der Kontrast zwischen Hintergrund- und Schriftfarbe darf nicht zu gering sein
  • Farbige Schrift und farbiger Hintergrund sollte vermieden werden
  • Weniger ist mehr ! Optimal ist die Verwendung von 2 Grundfarben
  • Keine Hintergrundbilder mit großer oder hoher Kontraststruktur verwenden
  • Blaue bzw. rote Schrift auf schwarzem Hintergrund & gelbe Schrift auf weißem Hintergrund sollte keinesfalls verwendet werden. Sehr schwer lesbar !
Außerdem sollten folgende Farbkombinationen vermieden werden...
  • Rot auf Grün
  • Rot auf Blau
  • Blau auf Rot
  • Blau auf Grün
  • Grün auf Blau
  • Grün auf Rot
Diese können vom Auge nicht scharf wahrgenommen werden und erzeugen daher ein irritierendes Flimmern.
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